Geschichte ist gelebtes Leben!
Das Heute ist morgen schon Historie.

Wir können uns ihr nicht entziehen, sollten sie mit gestalten dürfen, in ihrem Licht und Schatten stehen als Überlebende und Nachkommen. Eine Generation reicht der nächsten die Hand: "Geschichte ist kein abgeschlossener Prozess."
Das ist ein Kernsatz und ist viel mehr: ein Kristall, in dem sich auch ein Dorf wie Boos spiegelt, das sich sicherlich älter rühmen darf, als es die Chronisten und die urkundliche Erwähnung vor über 750 Jahren für uns festgelegt haben.
Die erste Besiedlung unserer Gegend geht sogar in die prähistorische Zeit zurück, was Hünengräber, Keltengräber und germanische Begräbnisstätten bei Boos beweisen.
Ganze 11 Hügelgräber sind uns heute nordwestlich von Boos bekannt. Außer dem allen bekannten Doppelhügelgrab im "Pitrus"finden wir auf Käsberg 4 Hügelgräber, wovon heute noch 3 Stück direkt an der B 410 ersichtlich sind. Außerdem befanden sich 2 Stück links und rechts der heutigen Kreisstraße nach Brück sowie ein Doppelhügel- und noch mal ein Einzelgrab in Flur 6.
Hinzu kommen eine kleine römische Hügelgräbergruppe von 8 Gräbern (letztes Viertel 1. Jahrhundert), im Etscheid. Es handelt sich hier um 7 kleine Grabhügel und ein größeres, sicherlich von einem Häuptling oder Stammesfürsten. Dieses ist leider ausgebeutet.
Ebenfalls wurde eines der erwähnten Hügelgräber auf Käsberg  ausgegraben, jedoch befinden sich diese allerdings sehr geringen Funde in den Museen in Mayen und Bonn.
Im Staatswald Etscheid erkennt man außerdem noch 11 umwallte, rechteckige Plätze von ca. 10 x 14 m, worin man germanische Begräbnisstätten erblicken dürfte.
Unsere Ur- und Frühgeschichte liegt vermutlich im Bereich des heutigen Staatswaldes in Etscheid. Auch aus der Römerzeit finden sich hier stichhaltige Nachweise über Ansiedlungen.
Bei den Germanen, die hier in unserer Gegend ansässig waren, handelt es sich um die Stämme der Ubier und der Tenkterer. Aus der älteren und mittleren Steinzeit kennen wir in unserem Gebiet keine besonderen Funde. Es mag der starken Sanddecke, die durch den Vulkanismus entstand, zuzuschreiben sein.

Literaturhinweis:
Hagen: "Römerstraßen der Rheinprovinz" 2. Auflage 1931

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